Was gibt es über mich zu sagen
.
außer dass ich Tierpsychologin bin und sich eigentlich mein komplettes Leben um unsere pelzigen, gefiederten, stacheligen oder schuppigen Freunde dreht ?
Ursprünglich habe ich den Beruf der Fremdsprachenassistentin erlernt, weil mir doch immer ans Herz gelegt wurde, einen vernünftigen Beruf zu ergreifen. Und die Arbeit mit Tieren und für Tiere wird in den meisten Fällen ja eher als Idealistenjob angesehen. Mein Herz hing trotzdem immer mehr an den Tieren und so habe ich nachträglich das Tierpsychologie-Studium absolviert.
Ich wohne in Bochum, im Herzen des Ruhrgebiets, und gerade dort gibt es durch die große Bevölkerungsdichte sehr viele Haustiere, aber leider darunter auch sehr viele Problemfälle. Vor allem die Hunde können eigentlich in den Städten nicht mehr so leben, wie sie es ihrer Art entsprechend sollten und das beschwört natürlich Probleme geradezu herauf. Hinzu kommt der Hundehass, der sich im Laufe der Jahre durch den Medieneinfluss und diverse Vorfälle entwickelt hat.
Aber nicht nur die Hunde zählen zu den Problemtieren. Leider gibt es auch genügend andere Haustierarten, denen es nicht gut ergeht. Besonders Kleintiere sind diejenigen, die Ihr Leiden, egal ob physisch oder psychisch, sehr still ertragen und nicht immer offensichtlich zeigen und deshalb entgeht vielen Menschen die Tatsache, dass ihr Tier ein Problem hat.
Auch die Pferde sollten im Großraum Ruhrgebiet nicht außer Acht gelassen werden. Für diejenigen, die sich den Ruhrpott immer noch nur industriell, dreckig und trist vorstellen, das stimmt so nicht. Wir haben auch sehr schöne ländliche Gegenden in unseren Städten, wo auch Pferde artgerecht gehalten werden können. Aber leider ist es oft so, dass diese sensiblen Tiere sehr darunter leiden, dass sie einfach nur als Einzeltier in einer Box abgestellt werden. Zu den glücklichen Pferden gehören dann die, die tatsächlich jeden Tag bewegt werden und auch das kommt bei vielen nicht immer vor, obwohl es doch als Herdentiere in ihrer Natur liegt, mit Artgenossen über die Weiden zu jagen.
Deshalb gibt es gerade im Ballungsraum Ruhrgebiet für meine tierpsychologischen Kollegen und mich eine Menge zu tun. Für mich persönlich ist Tierpsychologie gleich Tierschutz. Viele Menschen, die sich mit einem tierischen Problem an mich wenden, sind so verzweifelt, dass sie kurz vor der Abgabe des Tieres ins Tierheim stehen. Die Dunkelziffer der Menschen, die sich keine Hilfe suchen, sich aber auch nicht ins Tierheim trauen, sondern ihr Tier einfach aussetzen, mag ich gar nicht bedenken.
Meine Arbeit soll in erster Linie prophylaktisch sein, damit die Tierheime nicht immer voller werden, weil Menschen ihre Tiere, mit denen sie nicht mehr klarkommen, abgeben. Den Tieren, für die ich leider nicht mehr prophylaktisch tätig werden kann und die bereits in den Tierheimen sitzen, versuche ich so zu helfen, dass ihre Vermittlungschancen steigen und es ihnen im neuen Zuhause dann besser geht. Aus diesem Grund macht ein Großteil meiner tierpsychologischen Arbeit meine ehrenamtliche Arbeit für das Tierheim Recklinghausen aus.
Mein größtes Ziel in meinem Leben ist, die Menschen für das Leben und den Umgang mit Tieren sensibel zu machen und sie zu lehren, wie man korrekt mit Tieren umgeht. Auch wenn sich das Tierschutzgesetz in den letzten Jahren enorm verbessert hat, so ist es leider immer noch für viele Menschen so, dass sie ein Tier nicht so schätzen und so behandeln, wie diese es als Lebewesen verdient haben. Und diese schmerzliche Erfahrung mache ich bei meiner Arbeit tagtäglich immer wieder.
In meinen Augen ist das beste Tierheim das, welches es gar nicht geben muss. Und an der Verwirklichung dieses Traums arbeite ich jeden Tag in dem mir möglichen Rahmen mit.